Uto­pia

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Uto­pia, Gedan­ken für eine neue Kunst

Heu­te muß Kunst auch als Vor­la­ge für gesell­schaft­li­che, wirt­schaft­li­che und poli­ti­sche Belan­ge des Leben funk­tio­nie­ren. Somit sind auch für Kunst­schaf­fen­de Ansät­ze die Wert­schöp­fung durch Pro­duk­tio­nis­mus, also durch geld­wer­ten Absatz der Kunst­ar­beit als Geschäfts­prin­zip haben fatal und in kei­ner wei­se zeit­ge­mäß. Nie­mand kann Inter­es­se an einer Kunst haben, die sich an Ver­kauf­bar­keit ori­en­tiert, und durch Markt­me­cha­nis­men in Geld­wert gesetzt wird. Der gesamm­te Kunst­markt mit Gale­rien und Händ­ler, die Kunst als Akti­en behan­deln ist in mei­nen Augen über­kom­men. Durch die­sen Mecha­nis­mus wird der Markt von weni­gen über­schwemmt und mas­siv infla­tio­niert.

Eine Kunst, die wie ein Kon­sum­pro­dukt kon­zep­tio­niert wird, ist nichts ande­res an Kon­sum­pro­dukt und wird den Ansprü­chen, an das was Kunst aus­macht und was Kunst­schaf­fen­de leis­ten kön­nen, in kei­ner Wei­se gerecht.

- Denk­an­stö­ße gehen von Kunst­schaf­fen­den dann für eine Gesell­schaft aus, wenn sie nicht gleich über­be­zahl­ten Pro­fi­fuß­bal­lern hin­ter Erfolg und Geld her sind, son­dern die­se Ansät­ze kri­tisch the­ma­ti­sie­ren kön­nen. Erst mit einem Abstand zum com­mon Sen­se der west­li­chen Gesell­schaf­ten kann Kunst alter­na­ti­ve Posi­ti­on dar­stel­len und kommt über Selbst­be­weih­räu­che­rung hin­aus. In tra­dier­ten Sinn war Kunst nur dafür da. Heu­te muß das anders wer­den, beson­ders bei den bil­den­den Küns­ten, für die ich hier schrei­be. Wir bau­chen Kunst­schaf­fen­de die Lebens­for­men ent­wi­ckeln, die geprägt sind von all den Ansprü­chen, die den kom­men­den Genera­tio­nen eine lebens- und lie­bens­wer­te Welt hin­ter­läßt. Kein Pro­duk­tio­nis­muß, kei­ne Gier nach Geld und Erfolg, scho­nen­der Umgang mit Resour­cen, gewalt­frei und koope­ra­tiv mit Allen und Allem. Das Gan­ze begrei­fen wol­lend.

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