Echt erfri­schend

 »TAGEBUCH« 


Mit gezück­ter Kame­ra fra­ge ich nach, ob ich die schö­ne Wer­bung foto­gra­fie­ren darf und wer­de unver­hofft hin­ein gebe­ten.

LAUTERSEE: Seit Jah­ren habe ich die Vor­stel­lung, das die neu­en Medi­en nicht nur ein Segen für die Unter­hal­tung auf Rei­sen sind,  son­dern auch för­der­lich für die Rei­se­kas­se sein kön­nen. Soll­te es nun soweit sein? Der Auf­trag für einen Fly­er erreicht mein Mobi­le Office am Isar­horn am Frei­tag Spät­nach­mit­tag. Heu­te Vor­mit­tag lässt sich die Sache tele­fo­nisch ins Rol­len brin­gen und ich ver­brin­ge den Vor­mit­tag mit der Bear­bei­tung von Jpeg´s und stel­le ein Lay­out zusam­men. Dann so gegen Mit­tag geht es auch für Frau und Kind los: Nach­dem wir uns erst mal ordent­lich ver­franzt haben, – fal­sches Tal ange­fah­ren und plötz­lich in Öster­reich, fin­den wir den Ein­stieg zum Lau­ter­see. Von der Vor­stel­lung inspi­riert im Berg­see zu schwim­men, las­sen wir uns hin­rei­ßen und zie­hen ein Ticket für eine Bade­an­stalt. Wir sind die Ein­zi­gen, die sich baden wol­len, – im Gegen­satz dazu ist die Ter­ras­se mit Gäs­ten gut gefüllt. Die höl­zer­ne Umklei­de ent­puppt sich als Zeit­ma­schi­ne in die 60er Jah­re, mit Emai­le-Wer­be­ta­feln von Deli­al. Ich sprin­ge nach kur­zem Zögern in die Pre­sche, aber nur vor­sich­tig in den viel zu kal­ten See. Ida und Mil­li fol­gen, jetzt auch zur Erbau­ung der ande­ren Besu­cher des Natur­ba­des.

Erfrischt und irgend­wie ver­dutzt über die unfrei­wil­li­ge Expo­si­ti­on lan­den wir nach weni­gen Metern Mar­sches in einem Boots­haus. Mit gezück­ter Kame­ra fra­ge ich nach, ob ich die schö­ne Wer­bung foto­gra­fie­ren darf und wer­de unver­hofft hin­ein gebe­ten. Ja, das kann ich mir auch vor­stel­len, – und ich erin­ne­re mich wie­der an das, wes­halb jede Werk­statt mehr als ein Ort des Machens ist. Es sind die Schnitt­stel­len zwi­schen Idee und Wirk­lich­keit, zwi­schen Vor­stell­ba­rem und Mach­ba­ren…

Gewi­ckel­te Schnü­re, ein klei­ner Spie­gel, diver­ses Sach, alles unent­behr­lich. Auf dem Rück­weg setzt sich der Kar­wen­del noch einen Sah­ne­klecks auf, aber das gute Herbst­wet­ter hält. Zie­gen, Uni­mogs, Urlau­ber – ges­tern in Male heu­te hier, ein über­füll­ter Rewe Park­platz. Wie­der ein schö­ner Tag.

Antho­lo­gie

»TAGEBUCH« Ja, das kann ich mir auch vor­stel­len, – und ich erin­ne­re mich wie­der an das, wes­halb jede Werk­statt mehr als ein Ort des Machens ist. Es sind die Schnitt­stel­len zwi­schen Idee und Wirk­lich­keit, zwi­schen Vor­stell­ba­rem und Mach­ba­ren…