Serie schwar­ze Quadrate
Et sic in infinitum

vier Male­rei­en zwei Tafeln -schwar­ze Quadrate

Beglei­text
Vom Auge in den Kopf

Die groß­ar­tigs­ten Arte­fak­te sind die, die nicht gemacht wer­den. Es ist gut der Ver­lo­ckung zu Wider­ste­hen etwas zu vari­ie­ren, durch Dimen­si­on zu beein­dru­cken, z. B. für rie­si­ge Wän­de in Muse­en, oder in die Pro­duk­ti­on von Stück­zah­len zu gehen. Das ist Ver­schwen­dung und sor­tiert die Kunst­ar­beit ins Regal des Kunst­kauf­hau­ses ein; wie auch immer, wenn es kei­nen Grund gibt, oder kei­ne Aus­sicht etwas an Erkennt­nis aus der Kunst­ar­beit zu zie­hen, kann es bes­ser sein, es nicht zu tun.

In der maxi­ma­len Abs­trak­ti­on des schwar­zen Qua­dra­tes, – nur noch die Abwe­sen­heit eines Bil­des wür­de die letz­te mög­li­che Red­un­danz besei­ti­gen, fin­det die Abwen­dung von Gestal­tung, Kom­po­si­ti­on, expres­si­ver Ges­te oder gar figu­ra­ti­ver oder the­ma­ti­scher Bezug­nah­me ihren Aus­druck. Die­ses Ende ereil­te die Kunst bereits 1914 ‑15? als Kasi­mir Male­witsch ein „Vier­eck” aus­stell­te und den Supre­ma­tis­mus erfand. Vom Anti-Bild zur Iko­ne gewor­den ist das Bild ein Gelenk­punkt in der Kunst­ge­schich­te und Null­punkt der gestal­ten­den und erzäh­len­den Kunst. Viel­leicht aus ähn­li­chen Grün­den, steht auch heu­te maxi­ma­le Reduk­ti­on, – in der Anbran­dung der Nar­ra­ti­ve und visu­el­len Attrak­tio­nen, für ein Den­ken und Emp­fin­den im über­zeit­li­chen Kontext.

Kom­men­tar:

Hal­lo Ad,
Ein schö­ner Arti­kel zur Kunst­be­trach­tung. Nach der Abwen­dung von jeg­li­cher Gestal­tung in der Male­rei, hin zum Nichts, ist es den “Künst­lern” bis heu­te nur sel­ten gelun­gen, so wie bei Motiv und Aus­sa­ge, Ästhe­tik oder Unäs­the­tik auch gleich auf Lein­wand, Rah­men und Publi­kum ver­zich­ten zu wol­len. Oder auf die intel­lek­ti­ven bis vagen Erklä­run­gen, ohne die ein schwar­zes Qua­drat nur ähn­lich der Arbeit des Weiß­ma­lers und des Weiß­ma­chers wäre?
Halbherzigkeit?
Ste­hen schwar­ze Qua­dra­te für etwas? Oder gegen etwas, das erfaß­bar wäre ohne Bildunterschrift?
Ach so, genau “Bild…” woll­te man ja eben nicht?
Neue Klei­der schon?
freund­li­che Grüße
und eine gute Zeit
August A. Hurzelmaier

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AD Freun­dor­fer

Hal­lo August,

ich dan­ke Ihnen fürs wohl­wol­len­de Feed­back. Ja, nach Male­witsch ging es natür­lich wei­ter, auch nach Witt­gen­stein und Ande­ren die Stim­mun­gen Ihrer Zeit auf den Punkt brach­ten. Für mich ist es wie einen Tisch abzu­räu­men, mich der Mas­se der Aspek­te zu ent­le­di­gen mit der Kunst heu­te kapi­ta­li­siert und funk­tio­na­li­siert wer­den soll; mir scheint die­se Stil­le erfor­der­lich, damit sich Ent­wick­lung (in der Kunst) nicht nur über tech­ni­sche Inno­va­ti­on und die Super­la­ti­ve des Mark­tes voll­zieht. Die Betrach­tung der Geschich­te und die Erfor­schung der Kon­tex­te heu­te legt die zykli­sche Struk­tur frei, – zeigt das mit der Arbeit Kunst­schaf­fen­der öfter geherrscht wur­de, als Hori­zon­te erweitert.

Auch Ihnen eine gute Zeit und freund­li­che kol­le­gia­le Grüsse

Ad