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…gestalte, oder du wirst gestaltet!
Seitdem Freiheitsgrade erreicht und große Lebensziele realisiert sind, wird der Blick frei auf Fragen, für die es eine unbestimmte Anzahl von Antworten geben kann. Fragen die nicht neu sind, vielleicht an den Start der Profession erinnern, aber heute in einer von Erfahrungen geprägten Situation mit weitaus größerer Tragweite versehen sind. So wird aus der Formulierung „Was willst Du einmal machen?‟ ein „Was hast du getan?‟ und was jetzt? Naja, – Dr. Faustus ergibt sich der Magie, Harry Haller betritt Räume ohne Wiederkehr, Kapitän Nemo und seine Nautilus werden in den Malstrom gezogen.
Besonderes Licht fällt auf Handlungen, die mit dem Bewusstsein für Unwiederholbarkeit getan werden. Es ist eine starke Intensität, die durch die bemessene Zeit wirkt, die im Taumel der frühen Jahre nur durch die Kunst selbst erfahrbar wurde. Dem Unmaß unserer Zeit zu entfliehen scheint mir das probate Mittel zu sein, um den begonnenen Weg weiter zu erforschen und mit den Mitteln der Kunst zu neuen Erfahrungen zu kommen. Interessant wird es wieder, sobald Erlerntes in Frage gestellt, Glaubenssätze und Geltungsdrang abgelegt sind.

Wahrscheinlich ist die Zeit kein Faden, der von einem Anfang zu einem Ende reicht, sondern, weil mit dem Raum verquickt, vorstellbar als ein Geflecht ist, das, indem es sich windet, seine Rückseite durch die Vorderseite zeigt. So scheint das Gestern dem Morgen näher als die Gegenwart, die heute besonders für Kunstschaffende ein neues Verständnis für Autonomie an Stelle einer systemischen Kunstprodukt-Affinität erfordert. Nun, – besteht die Abenteuer der Stille, teilt auch Kleinstes in schöne Stücke und dichtet Steinen, Landschaften und Unbekanntem stets das Beste an.◼︎
☮︎ Ad Freundorfer
CV/CREDITS
