… das sind die Großartigsten, mit ästhetischer Kraft beladen und im Dunklen gelegen, weil nicht gemacht. Vollkommen kohärent würden die Fehlstellen der klassischen Realität in der Physik genannt werden. In Verschränkung, in Superposition und unscharf; alle Möglichkeiten zur Dekohärenz offen.
Derzeit in aller Munde, nicht nur in der Wissenschaftswelt, auch in der Kunst, – besser in der Lehre der Kunst, wird Ambiguität kreativ mitgedacht. Ein Werk, das nicht interpretierbar ist, sondern eindeutig in der Rezeption, wird seit der Moderne nicht als Artefakt gelesen, sondern als Etwas, das seiner Aussage hinterherläuft. Die Plattitüde.
Die folgenden Formulierungen können als Lockrufe zum Wechselwirken gesehen werden, um vom Multizustandssystem in einen einzigen definierbaren Zustand zu wechseln.
In diesen Sinne – und weil Ästhetik Raum im Unbekannten braucht, möchte ich einige Bilder nicht machen:
Ohne Titel
Undimensional im Wohlmaß komponiert, ein bischen hell, mehr dunkel. Schärfe nur an der Texturkante, die auch den Lichtspalt, als Fenster aus dem Bild in eine Superposition ahnen ließe. Quer, 2:3, sw, Korn statt Pixel.
Portrait
Voller Ruhe und Ausgeglichenheit halten Form und Licht die Balance. Die Oberflächen weich und in der Darstellung der Augen kontrastreich. Weder verinnerlicht noch expressiv, ein vis-à-vis mit einem Unbekanntem. Keine Attribute, keine Kleidung, keine Haare. Kein Geschlecht, kein Alter. Ungeboren.