Bildhauen gehört zu den Grundfertigkeiten der Menschheit in allen Kulturen. Stein als Schiff durch die Jahrtausende schafft Kontinuität und ein beständiges Archiv. Dabei wurde mit steinernen und Artefakten aus Erzen überwiegend repräsentiert und regiert, weniger die Freiheit erkämpft. Alle Medien teilen die Eigenschaft der Bearbeitbarkeit und das eine Form als Ergebnis einer Transformation gehalten wird. Jedes Medium hat spezifische Eigenschaften und verlangt eine adäquate Formgebung. Besonders spannend sind Experimente, die in die Grenzbereiche führen.
In allen Prozessen der Umformung entstehen neben dem Artefakt weitere Produkte des Tun. So gesehen gibt es z. B. zu jeder subtraktiven Skulptur eine Menge abgetragenen Materials, das zeitgleich entsteht. Hier ließen sich interessante Fragen zum protomentalen Aspekt der Materie stellen. Weitere Erkundungen wert sind weiche und transparente Materialien, die aus Glycerin, Gelatine und Isopropanol erstellt werden, am Ende meiner Experimente mit für Skulpturen geeigneten Materialien. Grundsätzlich ist es Umformung von Materialien im handwerklichen Sinn; im kulturellen Kontext ist meine Intention ein konzeptionelles und ästhetisches Statement.
ARBEITEN/SKULPTUR